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21.04.2016 News Allgemein

Wie qualifiziert sich eigentlich ein Pferd?

Im Dressursport kommt es nicht nur auf den Athleten, sondern in hohem Maß auch auf das Pferd an. Doch wie qualifiziert sich eigentlich ein Pferd für Olympia bzw. die paralympischen Spiele? Muss es sich überhaupt qualifizieren oder kann im Fall einer Verletzung jedes andere Pferd am bedeutendsten Sportereignis der Welt teilnehmen?

Wir sind der Sache mit Hilfe von Paralympicssiegerin Hanne Brenner auf den Grund gegangen: Der Weltverband FEI hat von Januar 2014 bis zum 19. Juni 2016 einen Qualifikationszeitraum gesetzt. In dieser Zeit muss das Pferd zusammen mit seinem Reiter oder seiner Reiterin bei einem „3-Sterne-Turnier“ mindestens 60% in der Pflichtaufgabe erreichen. Damit wird versucht, für Rio ein hohes Niveau über alle Startklassen zu erreichen.

Bei den „3-Sterne-Turnieren“ legt der Reiter seine Basisqualifikation mit dem Pferd ab. Das Interessante daran: Der Reiter kann die Qualifikation mit mehreren Pferden erreichen. Die Regel ist hier relativ einfach, das Pferd muss im Jahr 2016 mindestens sechs Jahre alt sein (Anm.: Alle Sportpferde haben offiziell am 01. Januar „Geburtstag“). Hanne Brenner hat diese Qualifikation bereits mit ihrer „Wunderstute“ „Women of the world“ übererfüllt und mit dem elfjährigen Wallach „Kawango“ schon 2014 erreicht.

Im Juni möchte Hanne nun außerdem noch versuchen, die 6-jährige Stute Belissima M bei einem internationalen Turnier im französischen Mulhouse (02.-05.06.2016) zu qualifizieren. Welches Pferd dann letztendlich mit ihr nach Rio darf, entscheidet nicht etwa Hanne Brenner und ihre Trainerin Dorte Christensen, sondern eine Gruppe, in der unter anderem der Bundestrainer, die Chefin d`Équipe und Vertreter des Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten (DKThR) vertreten sind. In der Causa „Women of the world“ wurde diese Entscheidung leider schon Anfang April gegen die paralympische Siegesstute aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters getroffen.

Die endgültige Entscheidung für Rio wird auf der Grundlage von drei Qualifikationsturnieren fallen: dem Maimarktturnier in Mannheim (07.05.-09.05.2016), der Deutschen Meisterschaft in Werder/Havel (16.06.-19.06.2016) und dem internationalen Turnier in Überherrn im Saarland (07.07.-10.07.2016). Zudem spielt die Entwicklung des Pferd/Reiter-Paares über das Jahr hinweg eine große Rolle. Diese wird auf den regelmäßig stattfindenden Lehrgängen beurteilt.

Dass die Team Rio MRN Athletin bisher auf drei so gute und unter der Federführung von Dorte Christensen hervorragend vorbereitete Pferde zurückgreifen kann, ist unter anderem auch auf die Fördermaßnahmen des Team Rio MRN zurückzuführen. Die Unterstützung für den Unterhalt und das Training der Pferde ist ein Baustein, um bei plötzlichem Ausfall eines Tieres auf ein Zweites zurückgreifen zu können, was im Profibereich absolut notwendig ist.

Den Verlauf der beiden separaten Qualifikations-Geschichten und viele weitere wichtige Informationen über den Alltag, das Training und die Wettkämpfe, wird uns Hanne nun regelmäßig auf  ihrer Facebookseite posten. Nicht nur für Pferdesportliebhaber lesenwert, sondern einfach unterhaltsam und nah dran an einer der erfolgreiches deutschen paralympischen Athletinnen.

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