FB TW RN Instagram Youtube
06.06.2016 News Allgemein

Sehbehindertentag

Am Tag der Sehbehinderten haben wir unsere beiden sehbehinderten Athleten Ralf Arnold und Sebastian Junk drei Fragen zum Thema gestellt.

Aus den Antworten der beiden spiegelt sich die unterschiedliche Auffassung der Notwendigkeit solcher „speziellen“ Tage wider.

Sebastian Junk macht kein Hehl daraus, dass er „kein großer Freund von inflationären Tagen für Schwächere, Randgruppen, Behinderte etc. ist.“ Seiner Meinung nach, müsste bei einer ernsthaften Umsetzung des Inklusionsgedankens solche Tage komplett überflüssig sein.
Als sehbehindert gilt, wer mit Brille auf keinem Auge 30 Prozent der normalen Sehkraft erreicht. Wer unter fünf Prozent bleibt, ist hochgradig sehbehindert. In Deutschland werden Sehbehinderte nicht statistisch erfasst, ihre Zahl wird auf ungefähr 1,2 Millionen geschätzt.

Worin siehst du dich den Sehenden überlegen?
Ralf Arnold: Wenn nachts mal der Strom ausfällt, habe ich sozusagen "Heimvorteil".
Sebastian Junk: Die Orientierung und die Fähigkeit, mir Dinge aufmerksam zu merken oder zu hören, die Sehende nicht so beachten da sie "es" sehen.

Was nervt dich manchmal im Alltag?
Ralf Arnold: Wenn mal wieder Ampel-, Laternenmasten oder andere Hindernisse nicht durch den Blindenstock touchiert werden und ich dadurch dagegen laufe. Außerdem gibt's hier in Deutschland viel zu wenige Blindenampeln und blindengerecht gebaute Fußwege oder Haltestellen und die wenigen, die es gibt, sind oft am Bedarf vorbei konzipiert und erfüllen nicht besonders gut ihren Zweck.
Sebastian Junk: Im Sommer kein Motorrad fahren zu können.

Was war deine witzigste Begebenheit im Sport-/Berufsalltag, bei dem eine andere Person nicht wußte, dass du nichts bzw. schlecht siehst?
Ralf Arnold: Oft werde ich bei Triathlons von anderen Teilnehmern angesprochen, daß es doch unfair sei, mit dem Tandem daran teilzunehmen, weil wir ja gemeinsam in die Pedale treten könnten und dadurch vermeintlich einen Vorteil hätten und das auch oft noch wenn's gerade bergauf geht. Dabei hat man mit dem Tandem bergauf gegenüber dem normalen Rennrad einen deutlichen Nachteil durch das hohe Gesamtgewicht.
Sebastian Junk: Im Studium wurde am Weltfrauentag darüber debattiert, warum dieser wichtig sei. Mein Beitrag dazu war, und nur wenige wussten das ich schlecht sehe, dass niemand so einen Schwachsinn braucht. Ich brauche auch keinen Tag der Behinderten oder Blinden/Sehbehinderten.

BILDERGALERIE (2)

Premium-Partner
Sport-Partner